MTB-Tourenvorschläge für St-André les Alpes

Die folgenden Touren bin ich selbst während meiner Flugurlaubs-Aufenthalte im August 1996 und 1997 gefahren. Für reine Mountainbikeurlaube ist das aber sicher nicht die optimale Jahreszeit, da tagsüber in der Regel Temperaturen von 30 bis 35 C herrschen. Hier sind Frühjahr und Herbst sicher besser geeignet. "Flugurlaubern", die zur besten Thermiksaison anreisen und wie ich Mountainbiken gerne als ein sportliches Aternativangebot bei fliegerisch nicht nutzbarem Wetter wahrnehmen, kann ich die Touren daher nur an bewölkten Tagen oder für den späten Nachmittag bzw. frühen Abend empfehlen. Zahlreiche schweißgierige Fliegen und Bremsen finden sonst leicht die Quelle ihrer duftenden Nahrung und werden an Steigungen zur reinen Plage.

Das Revier zeichnet sich durch eine variantenreiche Mischung aus Asphalt-, Forstwegen und Singletrails aus. Zahlreiche Wanderwege mit extrem wenig Fußgängerverkehr lassen weder ein schlechtes Gewissen noch ein nennenswertes Potential für Konflikte aufkommen. Kleine knackige Abendtrials zur Abrundung eines Flugtages sind ebenso machbar wie ausgedehnte Tagestouren mit etlichen Höhenmetern. Meine Tourenvorschläge sind aus naheliegenden Gründen eher kleinräumig ausgelegt aber ausbaufähig und sollen primär Anregung für eigene Unternehmungen darstellen. Als Planungsgrundlage empfehle ich für die südfranzösischen Alpen die hervorragenden, wenn auch nicht gerade preiswerten, Karten vom Verlag "Didier Richard" im Maßstab 1:50.000 (Preis FF 69,-). Die Region um St-André findet man auf der Nr. 19, Haute Provence Verdon wieder.


Um den Lac de Castillon

Fahrzeitca. 2,5 h
Entfernungca. 35 km
Bergaufca. 500 m
Route St-André - Courchons - Blaron - La Baume - Col de la Baume - Cheiron - St-Julien du Verdon - St-André

Man startet am Camping les Iscles, fährt nach rechts am Landeplatz vorbei und biegt am Supermarkt (Spar) auf die N 202 nach links Richtung Ortsausgang. Nach 200 m biegt man hinter dem ehemaligen Hotel nach rechts auf die leicht ansteigende Forststraße ab und verläßt damit vorerst asphaltierten Untergrund.

Den rechten Pfadabzweig nach ca. 1 km in einer Linkskehre in Richtung Col des Robines läßt man liegen und folgt weiter dem in Serpentinen geschwungenen Straßenverlauf. Immer wieder bieten sich von nun an nach links schöne Ausblicke auf den Stausee und die Crête des Serres.

Bei Tourenkilometer 5 passiert man auf der nun gerader verlaufenden Route ein Gehöft, daß man linker Hand liegen läßt. Wenn der Straßenverlauf schließlich auf die westliche Bergseite wechselt, hat man die Hälfte des Anstiegs bereits hinter sich. Die Steigung nimmt nun leicht zu und der Fahruntergrund wird allmählich gröber.

Bei Streckenkilometer 8 passiert man die höchste Stelle und kann nun auf die geradeaus sichtbaren Gebäude zu locker laufen lassen. Noch vor den ersten Gebäuden läßt man den linken steil ansteigenden Weg liegen. Bei den Gebäuden kommt man an eine Wegkreuzung und fährt geradeaus weiter. Nach 100 m folgt man der linken Fahrspur Richtung Blaron, die immer weniger befahren wirkt und schließlich in einen Pfad übergeht. Dieser entpuppt sich bald als knackiger Singletrail, der zur Linken stets einen Panoramablick über den türkis leuchtenden Lac de Castillon und die dahinter liegende Bergwelt bietet. Bis auf eine frühe Tragestelle bleibt dieser schönste Teil der Tour auf felsigem Untergrund stets fahrbar.

Nach ca. 3 km öffnet sich der Blick auf die Staumauer und nun beginnt der Downhill-Teil des Trials, der nach einem scharfen Linksknick unterhalb eines Baumes wieder in einen Feldweg übergeht. Schließlich gelangt man an eine querende asphaltierte Straße, die einen kurzen Abstecher nach links zum verträumt liegenden Örtchen Blaron lohnt.

Zurück vom Ausflug folgt man der schmalen Straße mit Blick auf die prächtigen Statuen der dort ansässigen Mandarin-Sekte. Man passiert deren wachturmgeschmücktes Gelände, dahinter ein perfekt gepflegtes Lavendelfeld und folgt der Straße weiter nach La Baume. Im Ort zweigt nach links ein Pfad Richtung Col de la Baume ab, den man als Alternativroute bis zum Pass befährt. Wer es einfacher mag, bleibt auf der leicht abschüssigen Straße und gelangt ebenfalls zum Pass.

Dort biegt rechts ein steiler Downhill-Abschnitt der besonderen Art ab. Heftige Regengüsse haben den vermeindlichen Spazierweg in eine Herausforderung aus groben Steinblöcken verwandelt. Eine Federgabel ist hier ein absolutes Muß, hohes Tempo bedeutet möglicherweise das Ende einer Felge. Zart besaitete folgen daher den asphaltierten Serpentinen bergab.

Unten angekommen folgt man wieder der Straße am Ort Cheiron vorbei bis zur von Castellane kommenden Querstraße. Dieser folgt man nach links in Richtung Staumauer. Am Seeufer befindet sich nach kurzer Strecke einer der wenigen offiziellen Badestrände, entsprechendes Wetter vorausgesetzt, läd dieser zum Verweilen ein. Auf der rechten Straßenseite befindet sich hier ein Verkaufsstand, an dem frisches Obst und Gemüse der Region und natürlich der unvermeidliche Miel de Provence angeboten wird.

Für den weiteren Tourenverlauf bleibt man nun stets auf der Uferstraße, überquert die beeindruckende Staumauer und fährt weiter bis St-Julien du Verdon. Hier folgt man der ersten Möglichkeit nach links zum Strand, steigt dort aber vom Rad, da hier das Fahren verboten ist. Hier bietet sich die Möglichkeit auf einer Terrasse mit Seeblick eine Erfrischung zu sich zu nehmen oder mal die Beine im Wasser baumeln zu lassen.

Die weitere Tour führt quer durch den ruhigen Ferienort zum nördlichen Ortsende (Campingplatz), dann wieder nach links auf die N 202 in Richtung St-André. Man folgt der Straße am Seeufer entlang, passiert zwei Tunnels, eine Brücke und schließlich das Standbad, dessen Pizzeria bis in die Nacht die Gäste anlockt. Nach einer leichten Steigung folgt der Endspurt zum Ausgangspunkt der Tour.


Der Abenddownhill

Fahrzeitca. 1,5 h
Entfernungca. 15 km
Bergaufca. 400 m
Route St-André - Courchons - St-André

Eine meiner Lieblingstouren, die sich wegen der Kürze zur Entspannung nach einem Flugtag anbietet, der ärgerlicherweise mit einem Absaufer enden mußte. Die Tour gleicht im ersten Abschnitt der Seeumrundung.

Man startet am Camping les Iscles, fährt nach rechts am Landeplatz vorbei und biegt am Supermarkt (Spar) auf die N 202 nach links Richtung Ortsausgang. Nach 200 m biegt man hinter dem ehemaligen Hotel nach rechts auf die leicht ansteigende Forststraße ab und verläßt damit vorerst asphaltierten Untergrund.

Den rechten Pfadabzweig nach ca. 1 km in einer Linkskehre in Richtung Col des Robines läßt man liegen und folgt weiter dem in Serpentinen geschwungenen Straßenverlauf. Immer wieder bieten sich von nun an nach links schöne Ausblicke auf den Stausee und die Crête des Serres.

Bei Tourenkilometer 5 passiert man auf der nun gerader verlaufenden Route ein Gehöft, daß man linker Hand liegen läßt. Wenn der Straßenverlauf schließlich auf die westliche Bergseite wechselt, hat man die Hälfte des Anstiegs bereits hinter sich. Die Steigung nimmt nun leicht zu und der Fahruntergrund wird allmählich gröber.

Bei Streckenkilometer 8 passiert man die höchste Stelle und kann nun auf die geradeaus sichtbaren Gebäude zu locker laufen lassen. Noch vor den ersten Gebäuden biegt man mit Schwung auf den linken steil ansteigenden Weg ab und folgt diesem, bis vor dem Haus links ein dicht mit Gras bewachsener, stark ansteigender Pfad Richtung Courchons abzweigt. Diesem folgt man teils schiebend durch die Ruinen und auf der anderen Seite des Berges wieder bergab.

Nun beginnt ein rasant zu fahrender Streckenabschnitt, der nach rechts immer wieder den Blick auf den See freigibt. Es wechseln sich flache mit nicht zu steilen Passagen auf teils felsigem, teils erdigem, teils ausgewaschenem Untergrund ab. Schließlich gelangt man im Wald an einen kreuzenden Forstweg, den man geradeaus überfährt. Der nun flach verlaufende Weg führt unmittelbar an dem oben bereits erwähnten Gehöft (cave canem) vorbei und mündet auf den beim Aufstieg genutzten Fahrweg.

Diesem folgt man bergab und achtet dabei darauf, die abwechselnd rechts und links die Serpentinen abkürzenden Pfade für die Talfahrt zu nutzen. Diese haben stark unterschiedliche Qualität, so daß das Tempo entsprechend zu variieren ist. Man mündet schließlich am Hotel auf die N 202 und fährt auf dieser zurück zum Ausgangspunkt.


Über den Col de Castellet

Fahrzeitca. 2,5 h
Entfernungca. 25 km
Bergaufca. 400 m
Route St-André - Col des Robines - Moriez - Col du Castellet - Lambruisse - Tal der Issole - St-André

Auch diese Tour startet am Camping les Iscles, läuft am Landeplatz vorbei zum Supermarkt und auf die N 202 zur Forststraße am alten Hotel. Man folgt der leichten Steigung einige Windungen und läßt auch dieses Mal den rechten Pfadabzweig in Richtung Col des Robines liegen, da er von dieser Seite zu steil zum Fahren ist. Eine Serpentine weiter zweigt oberhalb dieser Stelle ein unbeschildeter Pfad nach rechts ab, dem man nach kurzer steiler Abfahrt weiter nach links (nicht geradeaus) folgt.

Es beginnt nun ein kurzes, traumhaftes Trialstück durch den Wald. Man mündet auf einen Forstweg, auf dem man geradeaus weiterrollt, bis eine Schranke unmittelbar vor dem Col den Weg versperrt. Jenseits der Schranke quert man die N 202 und setzt den nun vorbildlich beschilderten Weg auf der anderen Seite der Straße in Richtung Moriez fort. Der schmale Waldpfad überhöht mit engen Kehren rasch den Pass und führt an der nächsten Wegzweigung nach links weiter nach Moriez.

Bald verläßt man den Wald, quert, von gelben Wegmarkierungen geleitet, einen Acker und rollt nach Durchfahren eines ausgewaschenen Bachbetts an Lavendelfeldern vorbei auf grobschottrigem Wirtschaftsweg bergab nach Moriez. Im Ort hält man sich rechts und gelang auf eine asphaltierte Straße, die stetig ansteigend über Hyèges nach Chaillans führt. Die Strecke ermöglicht einen für manchen Flieger ungewohnten Blick auf die Weststartplätze am 600 m höher gelegenen Chalvet. In beiden Örtchen bieten Laufbrunnen Gelegenheit, die Trinkflaschen nachzufüllen. Das sollte man auch nutzen, denn nach Gaststätten braucht man hier nicht zu suchen.

Von Chaillans an geht es auf geschwungenem Schotterweg an einzelnen Lavendelfeldern vorbei, stets dem Hauptweg folgend, weiter bergauf. Nachdem der Pass bereits mehrfach greifbar nahe schien, erreicht man ihn dann doch, um festzustellen, daß die höchste Stelle noch voraus liegt. Die Straße fällt zunächst wieder leicht ab, um bald bis zu einem einsam gelegenen Gebäude erneut leicht anzusteigen. Von hier hat man nach links einen weiten Blick durch ein nahes V-Tal zur Montagne de Coupe.

Im weiteren Verlauf hält die Fahrspur die erreichte Höhe bis zu einer Kreuzung, an der man geradeaus bleibt und bald mit Blick auf den Cheval Blanc bergab rollt. Man bleibt auf der großzügig ausgebauten Schotterstraße, die in weiten Schwüngen bis zur Siedlung Rebière die Höhe abbaut. Im Ort geht es, wieder auf Asphalt, scharf rechts ab. Am nächsten Wegedreieck hält man sich rechts (wem es hier noch zu früh ist, den Rückweg anzutreten, der verlängert die Tour an dieser Stelle nach links über Lambruisse und den 300 m höher gelegenen Col de Seoume) und rollt nun auf gleichmäßig abfallender Fahrbahn bis ins Tal der Issole. Dort kommt man an eine Querstraße, die rechts nach St-André zurück führt.

Trotz seiner Länge bietet dieser letzte Streckenabschnitt noch eine spezielle Art Erholung. Die Straße ist kaum von PKWs frequentiert und hat ein wadenschonendes Gefälle, welches locker einen Schnitt über 30 km/h erlaubt. Rechts und links der am Bett der Issole entlang führenden Straße zweigen in unregelmäßigen Abständen Forst- und Wanderwege ab, die als Tourverlängerung oder auch Einstieg in selbst zu entdeckende Rundkurse dienen können.

Schließlich mündet man am nördlichen Ortseingang von St-André, quert den Ortskern und gelangt zum Ausgangspunkt der Tour zurück.


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Letzte Änderung: 02.04.2013
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